I Got Rhythm. Kunst und Jazz seit 1920

Ernie Barnes "Late Night" © Barnes Family Trust
Ernie Barnes „Late Night“
© Barnes Family Trust
Kürzlich im Museum. Genauer gesagt im Kunstmuseum Stuttgart. Besuch der Ausstellung „I Got Rhythm. Kunst und Jazz seit 1920. Eine Zeitreise durch die Welt des Jazz und wie diese Musik bildende Künstler inspiriert hat. Die Wechselwirkung von Musik auf die Kunst anhand von Objekten, Bildern, Installationen und Videos. Und natürlich der Jazz.

Mich haben am meisten die Bilder von Ernie Barnes beeindruckt. Der ehemalige Footballspieler wandte sich nach seiner sportlichen Laufbahn der Malerei zu und fand zu seinem eigenen Stil. Seine Bilder wurden auch für Plattencover verwendet. So wie das obige Bild zu einem Album von Curtis Mayfield „Something to Believe In“.

Sehr gut ist, dass man zu einzelnen Bildern die dazugehörige Musik hören kann, die einen Bezug auf das Bild oder den Künstler hat. So hört man Musik, die man schon lange nicht mehr gehört hat und die einen dazu verleitet, in seinen alten Platten zu kramen.

Ein Song, den ich nach dem Besuch der Ausstellung noch lange im Kopf hatte, kann man zu einem Porträt von Bo Diddley von Peter Blake genießen.

Blake, Peter, Bo Diddley, 1963/64, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Blake, Peter, Bo Diddley, 1963/64,
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Die Ausstellung kann man noch bis zum 6. März besuchen.

 

 

Bilder einer Ausstellung-El Eternauta

Ausstellung Literaturhaus Stuttgart
Ausstellung Literaturhaus Stuttgart

Am 18.Januar wurde im Literaturhaus Stuttgart die Ausstellung „Héctor Germán Oesterheld – der Mythos Eternauta“ eröffnet.

„El Eternauta“ ist eine Science-Fiction Comicserie, die der Comicautor Héctor Germán Oesterheld 1957 begann. Der Zeichner des Comics war Francisco Solano López. In Argentinien wurde diese Comicserie ein Erfolg und das Buch zählt heute zu einer der wichtigsten Veröffentlichungen in Argentinien.

Außerirdische haben Buenos Aires erobert. Mit Hilfe eines tödlichen Schnees, mit Rieseninsekten und Sklaven. Ein Gruppe weniger Überlebender zieht gegen die Fremden in den Kampf. Kein Einzelner ist der Held, sondern nur die Gruppe kann bestehen. Aber sie haben keine Chance gegen diesen übermächtigen Feind. Der „Held“ und Erzähler dieser Geschichte verliert in diesem Kampf seine Familie und ist nun auf der Suche nach ihr durch Raum und Zeit.

Zwanzig Jahre später, nach dem Erscheinen der Comicserie, putscht sich das Militär in Argentinien an die Macht. Eine Diktatur beginnt, an deren Ende, sieben Jahre später, über 30.000 Argentinier tot oder verschwunden sind. Darunter sind auch Oesterheld und seine vier Töchter, die nach dem Putsch sofort in den Widerstand gingen. Nur eine Tochter wurde tot gefunden und konnte begraben werden. Alle anderen bleiben bis zum heutigen Tag verschwunden. Und so wurde das Buch, dass die Suche nach der verschwundenen Familie beschreibt, zum Symbol derjenigen, die in der Militärdiktatur Angehörige verloren haben und von denen sie nicht wissen, wo sie begraben sind oder ob sie noch leben. Das Buch steht für den Widerstand gegen die Diktatur und die nie aufhörende Suche nach der Mutter, dem Vater, dem Sohn oder der Tochter, dem Ehemann oder der Ehefrau.

Vor gut einem Jahr erschien im ZEITmagazin  unter dem Titel „Auf der Suche nach der verlorenen Familie“ ein Bericht über die Familie Oesterheld und die Geschichte und das Trauma der Überlebenden. Autorin ist Anna Kemper, die auch Kuratorin der Ausstellung im Literaturhaus in Stuttgart ist und deren Bericht der Auslöser dieser Ausstellung war. Die Ausstellung geht noch bis zum 15.04.

Zeitgleich erscheint im avant-verlag der Comic „Eternauta“ als deutsche Erstveröffentlichung.

Ein Bericht zu dieser Ausstellung wurde auch auf 3Sat in der „Kulturzeit“ gezeigt.

© Mórtola, Araldi, López
© Mórtola, Araldi, López