Dieser Volkszähler von China Miéville

„dass alle Welt geschätzt würde“

„Dieser Volkszähler“ von China Miéville

Der Leser oder die Leserin kann sich nie ganz sicher sein, woran sie mit dem Roman von China Miéville „Dieser Volkszähler“ sind. Die Zeit und der Ort sind unklar – eine anonyme Stadt nach einer mysteriösen Apokalypse. Der Erzähler und die meisten der auftretenden Personen werden nicht benannt und die Regeln der geschilderten Gesellschaft und ihrer Bewohner sind so undurchsichtig wie sie unvermeidbar erscheinen. Sogar die Stimme des Erzählers ist zerrissen, die abrupt zwischen erster und dritter Person wechselt, wenn er diese Erinnerungen einer Kindheit erzählt, die durch ein unaufgeklärtes schreckliches Ereignis geprägt ist.
 
„Ein Junge rannte schreiend einen Bergpfad hinunter. Der Junge war ich. Er streckte die Hände vor sich aus, als hätte er sie in Flüssigkeit getaucht, als wolle er ein Bild malen, sie auf ein Blatt Papier drücken, doch er hatte nur Dreck an ihnen.“ „An seinen Händen war kein Blut.“ Und der Junge platzt heraus: „Meine Mutter hat meinen Vater umgebracht!“. Doch nach ein paar Minuten voller Konfusion ändert er seine Anschuldigung dahingehend, dass sein Vater seine Mutter umgebracht hat. Dazu im Buch: „…zu sagen versuchte, dass einer meiner Eltern jemanden umgebracht hatte – den anderen vielleicht.“ Ich streckte die Hände hoch, die ich für blutig hielt, damit alle sie sehen konnten.“ Diese Unklarheit der Details und Aussagen wie diese, ist typisch für dieses Buch. Die Grenzen unserer Sprache und Erinnerungen erschweren unsere Wahrnehmung von Geschehnissen. Wir können uns unserer Erinnerungen nie sicher sein. Und dies erstreckt sich auch auf die Schilderung der Natur, des Dorfes und der Menschen. Es gibt verschiedene erzählte Einzelheiten, die man als übernatürlich lesen und deuten kann. Gleichzeitig kann man dies ebenfalls als kindliche Fantasie auslegen. Der Junge, neun Jahre alt („Er war neun, glaube ich“), oder der Erzähler, der Hauptcharakter des Buches, bleibt ein Rätsel. Im Buch stellt er an einer Stelle fest, dass seine Identität eine “rätselhafte Geschichte“ sei, sogar für ihn selbst.
 
„Ich war ein Bergler. Über meinem Zuhause erhob sich ein steiler Hang aus Gras und lockerem Boden. Kein Pfad führte zum Gipfel dieses Berges. Unser Haus stand auf gleicher Höhe wie die der wenigen Wetterbeobachter, Eremiten und Hexen.“ Ein altes Haus mit einem verlassenen Dachboden. Zwei Wände beklebt mit alten Tapeten, auf die der Junge seine Phantasien überträgt. „Der Berg spuckt seine eigenen Alpträume  aus.“
 
 
Es handelte sich um ein Dorf, das sich über die Flanken zweier Berge verteilt und einer Brücke zwischen ihnen. „Wie alle anderen auf diesen beiden Bergen gehörten auch wir zu dieser Gemeinde, dabei lebten wir in einem Haus, das so weit abseits der Straßen lag, wie es gerade noch möglich war, um dazuzuzählen. Wir unterstanden dem Gesetz dieses Dorfes. Als ich an jenem Tag nach unten kam, rannte ich nicht, um das Gesetz zu holen; das Gesetz fand mich.“ Ein von einem Krieg verheertes Dorf. Ein Dorf, in dem die Straßenkinder Fledermäuse auf verfallenen Brücken aus der Luft fischen, um sie zu essen, wo riesige Eidechsen in zu kleinen Gehegen gehalten werden und Schrott von zerstörten Maschinen gesammelt wird. Unsichtbare Turbinen sorgen für etwas Strom. Armut und Verfall ist überall. Es kann irgendwo in Asien sein (der Tropenbaum Banyan wird erwähnt) mit einer schwachen Drehung zum Surrealen oder einem Vereinigten Königreich nach einigen Jahrhunderten an Ressourcenausbeutung. Oder irgendwo, wo trockene Erde und zerfallene Plastiktüten, der natürliche Boden unter den Füßen ist. Oder der Ort Bas Lag, bekannt aus vielen Romanen von China Miéville. Ein Hauch von Postapokalypse schwebt über dem Erzählten. Und Magie.
 
 
Die Mutter, eine maskuline, grimmige und ausdruckslose Frau, von manchen als stark, sogar attraktiv beschrieben. Der Junge fand sie schön. Sie erteilt ihm Unterricht in „einer anderen Sprache als jener, in der ich heute schreibe.“ Sie stammt aus einer Stadt, wo Züge fuhren, und die am Meer lag. Sie kümmert sich um einen kargen Ackerbau, deren Erzeugnisse sie im Dorf verkauft oder tauscht.
 
Der Vater, ist ein großer blasser Mann, der ständig erschrocken aussah. Er machte magische Schlüssel, um etwas zu öffnen, um die Zukunft zu erfahren. Einen Schlüssel zu Geld, Liebe, Glück. „Vater kommt von anderswo. Hat viel früher in einer anderen Sprache gedacht. Hat seine Heimat verlassen müssen, eine große Stadt; ganz weit weg, wegen der Unruhen dort.“ Vater und Sohn sprechen nicht miteinander. Der Sohn hat Angst vor dem Vater. Versteht ihn nicht. „Ich hatte schon vor dem Mordtag, als sein Gesicht und das meiner Mutter zuckten, Wutanfälle meines Vaters erlebt. Wutanfälle sage ich, dabei war er in diesen Augenblicken reglos und unberührt: Er wirkte abwesend und tief in Gedanken versunken.“
 
Die Mutter bleibt verschwunden. Der Leser weiß nicht was mit ihr geschah. Ist sie wirklich tot? Ein Abschiedsbrief wurde gefunden. Ist sie gegangen? Hat der Vater sie verschwinden lassen, in der Grube, in der er tote Tiere entsorgt? Tiere, die er vorher getötet hat. Sind es Tieropfer oder unverständliche, für den Jungen nicht zu verstehende Rituale, der Fremdheit seines Vaters geschuldete Rituale? „Tote Tierkadaver in einer Hölle in eine Grube – als hätte er all das, dieses Töten, nur deshalb getan, um ein Tier hinabstürzen zu sehen. Sein Vater fütterte nur die Dunkelheit mit diesen Tieren.“ Es wird angedeutet, dass in dieser Grube bisweilen Menschen auch verschwunden sind.
 
Und dann dieser Krieg. Zwei Kriege! Einer drinnen, einer draußen. Vor Jahren. Die Ursachen unklar, nur angedeutet: „Sie hatten Angst vor den Maschinen und hatten sie alle zerstört.. Die anderen haben gewonnen. Und das Ganze endete damit, dass Leute ausgesandt werden, die den Bestand aufnehmen, Fremde zählen. Wie deinen Vater.“
 
Jemand würde kommen, um Fremde zu suchen und jene, die von Fremden geboren worden waren. Es waren Leute ausgesandt worden, die solche Aufgaben übernehmen sollen, die zählen sollten, und nun würde jemand kommen. Und fast am Ende des Buches taucht er auf, der Volkszähler, Wie eine Figur aus einem Steampunk Roman. Ausgestattet mit einem wunderlichen Gewehr.
 
Dieser Volkszähler erzählt dem Jungen: „Ich muss Protokoll führen. Dein Vater ist eine dieser Personen wegen seiner Herkunft. Dein Vater, als er im Krieg war. In einer Stadt. Was er dort gemacht hat. Zu anderen Zeiten, gutes und nicht so gutes.“  „Ich zähle Menschen. Ich zähle Menschen und Dinge. Nicht jeden. Wenn man jeden zählen würde, dann würde man ja nie fertig werden oder?“
 
Die Geschichte legt nahe, dass dieser Volkszähler jemand ist, der von seinen Mitbürokraten getrennt wurde, also auf eigene Faust unterwegs ist. So klingt der Vater sehr verzweifelt, als er so ziemlich am Ende des Buches ruft: „Sie wurden zurückgerufen! Warum zählt dieser immer noch? Dieser Mann denkt, er weiß, was ich getan habe? Wann? Immer?“ Die Idee eines Datensammlers, der zum Schurken wird und sich auf die Fährte von Fremden setzt,  ist reizvoll. Denn Schüsse hallen in der Nacht. Schüsse, die der Vater kennt. „Geht eine neue Jagd los?“ „Das ist die Art von Schuss, mit der man einen Menschen tötet“.
 
Und es fällt ein Schuss und der Junge geht mit dem Volkszähler.
 
Beim Lesen dieses kurzen Romans kommt einem an manchen Stellen auch die Bibel in den Sinn. Natürlich vor allem die Passage über die biblische Volkszählung:
 
„Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. Diese Einschreibung geschah als erste, als Cyrenius Statthalter von Syrien war. Und alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, ein jeder in seine Stadt. Es ging aber auch Josef von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa, in Davids Stadt, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war, um sich einschreiben zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war.“ – Lukas 2,1–5
Des Weiteren widmet sich Miéville auch über die Funktion des Schriftstellers und des Lesers. Eine Erzählung über das Lesen und über Bücher und über denjenigen, der diese Bücher verfasst. So schreibt der Erzähler, der (vielleicht) ein Gefangener und in einem Zimmer eingeschlossen ist:
 
„Das hier ist mein zweites Buch.“ So heißt es an einer Stelle des Buches. „Das erste Buch habe ich vor drei Jahren begonnen, in einem fernen Land, das dritte ein Jahr später. Jetzt ist es endlich an der Zeit, mit diesem zweiten Buch anzufangen.“
 
„Mein erstes Buch ist eins der Zahlen. Darin gibt es Listen und Berechnungen. Dieses erste Buch ist für alle, doch kaum einer will es haben oder weiß, wie man es lesen muss. Das dritte meiner Bücher ist für mich selbst. Du führst ein Buch, so sagte er (mein direkter Vorgesetzter) zu mir, das du allein für dich liest und in dem du deine Geheimnisse notierst. Du kannst Dir allerdings nie sicher sein, dass niemand sonst es lesen wird. Das ist das Risiko dabei, auf diese Art funktioniert das dritte Buch eben.“
 
Und das vorliegende, dass ist das Buch des Erzählens: „Hier ist nichts verschlüsselt. Aber – und wieder zählte er bis eins und hatte meine ganze Aufmerksamkeit – du kannst darin Geheimnisse preisgeben und Botschaften senden. Du kannst sie rundheraus erzählen oder sie in den Wörtern verstecken, in ihren Buchstaben, in der Anordnung der Zeilen, des Arrangements und Melodien.  Das zweite Buch sagte er, ist eine Darbietung. Du kannst auf jede nur erdenkliche Art erzählen, sagte er, du kannst ich sein, oder er oder sie oder wir oder sie oder du, und du würdest nicht lügen, auch wenn du zwei Geschichten auf einmal erzählst.“
 
Eine von Miévilles Lieblingsthemen ist die Unzulänglichkeit der Sprache, das Phantastische und das Tiefgründige zu beschreiben. Es gibt überall Schmucklosigkeit, Knappheit, Stillstand, außer in der Sprache, die im Gegensatz dazu, aufwendig, anspruchsvoll und ein wenig in Wörtern schwelgt. Der ganze Roman ist verborgen hinter dem Mysteriösen – fast niemand in der Geschichte hat einen Namen. Undurchdringlich, dunkel, ein faszinierendes  Labyrinth, in dem man verloren gehen kann. Die Geschichte endet abrupt, kompromisslos und ohne Erklärung. Die Geschichte ist an der Grenze des Erzählens, der Sinn ist niemals ganz klar, dem Leser bleibt es überlassen, die Einzelsteile der Geschichte für sich zusammen zu fügen. Und sie hallt lange nach.
 

 

Dieser Volkszähler
China Miéville
Dieser Volkszähler
Aus den Englischen von Peter Torberg
liebeskind Verlag 2017
 

Gunnar Gunnarsson – Schwarze Vögel

Einer kennt des anderen Kreuz nicht

„Schwarze Vögel“ von  Gunnar Gunnarsson

„Allen guten Menschen, denen diese Blätter vor Augen kommen mögen, schicke ich, Eiulvur Kolbeinsson, der unwürdige Kaplan an der Saurbärkirche des Rödesand-Kirchspiels, im Bardestrand-Bezirk, Gottes Gruß und den meinigen.“

So beginnt das Buch „Schwarze Schwingen“ (im dänischen Original: „Svartfugl“), welches im Jahr 1929 in Dänemark erschienen ist und dann als deutsche Ausgabe 1930 bei Albert Langen in München. Eiulvur Kolbeinsson, der Nachfolger des alten Gemeindepfarrers, hatte gerade seinen einzigen Sohn im Alter von fünfzehn Jahren beim Fischfang verloren und wird durch diesen Schicksalsschlag an eine andere Geschichte erinnert. Er beginnt, diese niederzuschreiben. Und dieser Kaplan, Eiulvur Kolbeinsson, ist die eigentliche Hauptfigur dieses Romans.

„Meine Unzulänglichkeit, die Gott gesehen hat, war weit verhängnisvoller. Sie trat da zutage, wo es sich nicht um Fische und Friestuch handelte, sondern um Blut. Nicht um Silber und Gold, sondern um Seelen. Du hast sie gesehen, o Herr, diese Unzulänglichkeit, aber bis heute nur du allein!
Forderst du mich nun vor Gericht, da du mein einziges Kind, meinen Sohn Hilarius, als eine jammervolle Beute blinden Mächten hinwirfst?
So stehe ich jetzt vor dir. Stärke du meine Hand, dass es ihr gelingen möge, einen Funken Wahrheit aus dem dunklen Stein zu schlagen, den ich in meiner Brust trage!“

Am Anfang des 19. Jahrhunderts teilten sich zwei sehr arme Familien den kleinen, sehr abgeschiedenen Bauernhof Syvendeaa bei Rauðisandur (der Landstrich bezieht seinen Namen vom weitläufigen Strand aus gelblich-rotem Muschelsand) in den Westfjorden. Die Sache war die, dass Bjarni nach dem Tode seiner beiden Jungen, die Hälfte seines Hofes an Jon Torgrimsson verpachtet hatte, der mit seiner Frau und ihren fünf Kindern dorthin gezogen war. Aber allmählich wurde im Kirchspiel über die Zwietracht gesprochen, die draußen auf jenem einsamen Hofe zwischen den beiden Bauern herrschte, ja selbst zwischen den beiden Ehepartnern untereinander. Eines Wintertages wurde der Bauer Jon vermisst. Die wahrscheinlichste Erklärung war, dass er auf dem vereisten Weg an den Klippen entlang abstürzte und ins Meer gefallen ist, als er Heu für seine Schafe aus einer Hütte holen wollte. Niemand hatte gesehen, wie es zugegangen war. Niemand hatte ihn seither wiedergesehen. Die Menschen in der Kirchengemeinde begannen zu glauben, dass Bjarni, der damit anfing, die Witwe des verschwundenen Bauern Jon Torgrimsson, als seine Geliebte zu betrachten, Jon umgebracht hatte. Bjarni war ein gutaussehender Mann, aber seine Frau Gudrun war eine unscheinbare Frau und nicht bei guter Gesundheit. Bjarnason verliebte sich in Steinunn Sveinsdóttir, die Witwe. Dann starb Gudrun, die Frau von Bjarni. Und in der Gemeinde entstand das Gerücht, dass sie ebenfalls umgebracht worden war. Vergiftet oder zu Tode geschlagen worden ist durch Bjarni und die Witwe Steinunn. Aber dies geschah alles, bevor gerichtsmedizinische Untersuchungen in Island auf das Land  kamen und so wurde die Frau begraben und das Leben ging weiter. Dann wurde die Leiche von Jon Torgrimsson gefunden. Sie lag wie Treibholz am Strand. Der Leichnam wurde anhand der Kleidung identifiziert und bei der gesetzlichen Leichenschau entdeckte man eine Verletzung, die von einer Stichwaffe herrühren konnte und die kaum auf einen Sturz von den Klippen in das Meer zurückgeführt werden konnte. Sehr bald wurden Bjarni und Steinunn daraufhin festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Während dieser Zeit starben die drei  Kinder von Bjarni und Gudrun in der Obhut des Kaplans, als sie vom Pfarrhaus ausrissen. Sie ertranken oder erfroren. Trotzdem konnte der Kaplan das Vertrauen von Steinunn und Bjarni erringen und sie gestanden ihm, dass sie zusammen die zwei anderen umgebracht hatten und dann versuchten, die Morde als Unglücke zu vertuschen.  Beide wurden zum Tode verurteilt. Steinunn starb kurz darauf im Gefängnis, Bjarni konnte noch einmal fliehen, wurde aber wieder gefasst und 1804 wurde er in Dänemark hingerichtet, da sich auf Island niemand fand, der das Urteil vollstrecken wollte oder konnte.

Gunnar Gunnarsson
Gunnar Gunnarsson

Gunnar Gunnarsson bezieht sich in seinem Roman auf einen authentischen Kriminalfall. Einem Mordfall, der sich auf dem Hof Sjöundá am Rauðisandur in den Westfjorden zugetragen hatte. Und dies tut er so genau, dass man eigentlich von einem historischen Dokumentarroman sprechen könnte. Ein literarischer Kriminalroman. Heute gilt dieser Roman auf Island als der erste Kriminalroman. Ganz verhaftet in der Epoche, in welcher der Roman spielt, in der Sprache und dem Duktus der damaligen Zeit. Erfunden ist zum größten Teil der Rahmen der Erzählung, der Erzähler, der Kaplan und seine Familie. Was den eigentlichen Fall betrifft, hat Gunnarsson von Originaldokumenten (Verhöre, Urteile, Gerichtsprotokolle) ausgiebig Gebrauch gemacht. Der Doppelmord aber fand so statt wie im Roman beschrieben. Sicherlich ist es ein Kriminalroman in dem Sinne, dass ihm ein Verbrechen zu Grunde liegt. Doch wenn der Roman als Kriminalroman klassifiziert wird, muß er in Übereinstimmung mit der Literaturgattung Kriminalroman sein, muß er genauso kraftvoll und literarisch sein, wie die anderen Arten der Literatur. Das Buch ist ein Beweis dafür, dass alle literarischen Genres in dem Sinne mehr oder weniger gleich sind, dass ein großer Schriftsteller ein literarisches Meisterstück in jeder Gattung schreiben kann, das er sich zu eigen macht.

Mit „Schwarze Schwingen“ setzte Gunnarsson die Reihe seiner historischen Romane fort, hielt sich jedoch wesentlich enger an die Quellen, mit denen er sich eingehend beschäftigt hatte. Der Autor folgte zwar getreu den historischen Vorlagen, doch ist das Buch kein Tatsachenbericht, sondern eine dichterische Gestaltung des vorgegebenen Stoffes. Der Stil erinnert in seiner kräftigen, zügigen Diktion zeitweilig an den der altisländischen Saga; weist aber auch für den Verfasser typisch-mystisch anmutende Merkmale auf. Überzeugend sind die so verschiedenartigen Personen gezeichnet. Die Selbstzweifel des Kaplans, der hin- und hergerissen ist in der Schuldfrage. Der ständig fragt, was ist böse – was ist gut? Wer trägt hier die Schuld. Hätte das Verbrechen verhindert werden können, wenn sich die Gemeinde, in diesem Fall der alte Pfarrer als Amtsperson, sich mit den Gerüchten beschäftigt hätte, die im Kirchspiel herumginge? Und in wie weit trägt der Kaplan Schuld an diesem Geschehen. Er, der Bjarni bewunderte und die offiziellen Leichenschauen vornehmen mußte? „Ich fing an zu glauben, ich bringe den Leuten Unglück, und in meinem Gefolge seien Verbrechen und grausiger Tod.“

Der Roman besticht durch den detailfreudigen Realismus von Gunnar Gunnarsson. Wie schon in anderen Werken hat Gunnarsson auch hier die herbe, in ihrer Erhabenheit fesselnde isländische Landschaft in breitangelegte Bildern eingefangen und ihre Wechselbeziehung zum Menschen aufgezeigt.

Das Buch schließt mit den Selbstzweifeln des Kaplans:
„…Diese unnützen Blätter,- sie sind nun meine Beichte. …- werde ich ihnen zu zeigen wagen, was ich hier geschrieben habe? Und wenn ich es tue, – werden sie mir dann sagen können, welchen Anteil ich in all dem Bösen gehabt habe, was damals geschah? Wieviel und welchen?

Unter Berücksichtigung der späteren isländischen Fassung des Autors nach dem dänischen Original übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Karl-Ludwig Wetzig. Neuausgabe im Taschenbuch Reclam.

Schwarze Vögel Reclam

Guðbergur Bergsson – Wiedergelesen

Islandpferde
Islandpferde

Sie sah den schneeweißen Schwan

Roman von Guðbergur Bergsson

„Als Kind weiß man nichts von der Existenz der eigenen Heimat. Ein Kind lebt ausschließlich im Umkreis von Dingen und Menschen. Das Wort Vaterland hat da nur die Bedeutung einer unklaren Verbindung von Vater und Erde. In der Wirklichkeit des Kindes gibt es nur das Meer, die Winde, den Himmel, die Sonne, die Dunkelheit, und die Plätze, an denen es sich von Mal zu Mal bewegt. Aber sobald das Kind ins Schulalter kommt, verliert es seine Unschuld. Es entsteht nun etwas Bedrohliches, ganz außerhalb seines Horizonts: Menschheit und Welt; und mit dieser Erkenntnis verlieren das Kind selbst wie auch seine Umgebung ihr bisheriges Maß. Von nun an muss das Kind mit dem Hilfsmittel Wissen leben, damit die großen Erscheinungen es nicht zu einem Nichts machen. Es erfährt, dass das Land auf dem es sich bewegt, seine Heimat ist, und dass das Wissen in Büchern steht.“

So beginnt der isländische Schriftsteller Guðbergur Bergsson einen Aufsatz für die Zeitschrift „die horen“. Geschrieben 1986. 1991 veröffentlicht er, nach sechsjähriger Schreibpause, den Roman „Svanurinn“ (dt. „Der Schwan“). Ein Roman über ein neunjähriges Mädchen, das wegen Ladendiebstahls für einige Monate aufs Land geschickt wird. Ein Roman über Verlust und Sehnsucht, ein Roman über das Erwachsenwerden, über die innere Entwicklung und über das „Sich selbst finden“. Schon 1961 hat er einen epischen Entwicklungsroman über ein sensibles Kind geschrieben, das sich immer mehr vor der grausamen Welt der Erwachsenen in sich selbst zurückzieht („Musin sem lædist“ dt. „Die Maus, die schleicht“).

Die Aussagen seines Aufsatzes greift Bergsson auf den ersten Seiten seines Romans wieder auf. Schon im ersten Satz beschreibt er den Verlust, und die damit einhergehende Sehnsucht nach dem Verlorenen. „Schon als der Omnibus losfuhr, fing das kleine Mädchen an, sich nach den Steinen und dem Meer zu sehnen, und die Sehnsucht wurde noch schmerzlicher, nachdem man dorthin gekommen war, wo das Gras wächst, die Vögel singen, der Fluss fließt und die Sonne auf Teichen und Mooren glitzert.“ Dieses Gefühl des Verlustes, des Abschieds erzeugt Angst und die Ahnung des Todes am Ende des Lebens. „Ihre Augen bekamen das Gefühl, dass sie nach und nach sterben würde, während der Omnibus immer weiterfuhr auf der Straße“. Das Kind verliert seine Bezugspunkte, die Definition seines bisherigen Lebens. Verliert seine Unschuld. Es muss sich neu definieren, neue Beziehungen aufbauen.

Dies geht nicht ohne Schmerz, ohne die Ahnung (Sehnsucht) eines Todes. „Plötzlich spürte das kleine Mädchen in der Brust jene unendliche Härte, die immer nahe daran ist, sich in Wasser zu verwandeln. Doch man hält sie im Zaum, solange andere in der Nähe sind und es sehen. Man verbirgt die Veränderung, bis man allein ist und keiner sehen kann, wie man blind wird in seiner eigenen Tiefe und sich weit entfernt von sich selbst und anderen.“

Dieses Gefühl des Fremdseins, sich selbst und den anderen Personen gegenüber, ist ebenfalls ein zentrales Motiv des Romans. Schon nach der ersten Nacht auf dem Lande, der ersten Nacht in der neuen Umgebung beschreibt Bergsson die Veränderung: „Gleich am ersten Tag wurde sie sich selbst fremd. Es war nicht sie, die sich an diesem Ort aufhielt. Zum ersten Mal merkte sie, wie einfach es in Wirklichkeit war, Kummer und Schmerz in ihrem Innern zu verstecken, ohne dass es jemand merkte. Die Leute schauten zwar, aber sie schauten nicht, um zu sehen, deshalb wurde ihr klar, dass allein zu sein bedeutete, unter Fremden zu sein und so sein zu wollen.“ Übrigens ein Thema, das in den Romanen Bergssons oft beschrieben wird. Dinge über die wir gewöhnlich so leicht hinwegsehen. „Unsere Augen können zwar fremde Sterne beobachten, aber sie sind nicht imstande, über die Nasenspitze zu blicken und das zu sehen, was ihnen am nächsten liegt“. Geschrieben in „Madurinn er myndavel“, 1988 (dt. „Der Mensch ist eine Kamera“).

Hof auf Island
Hof auf Island

Dass der Tod untrennbar mit dem Leben verbunden ist, diese Erkenntnis, die zum Erwachsenwerden gehört, diese Angst, aber auch gleichzeitige Sehnsucht danach, beschreibt Bergsson in einem wunderschönen, poetischen Abschnitt des Romans.

„Nichts war so herrlich, wie an einem schönen Tag über den Tod nachzudenken, an einem Sonntagnachmittag auf dem Land, wenn man frei hat und nichts anderes zu tun, inmitten von Vogelgesang und dem Duft der feuchten Erde, die mit üppigen Blumen und Pflanzen bewachsen ist. Da ist es das höchste Glück, sich seinen eigenen Tod in einem Torfgraben vorzustellen, während sich die Natur in nachmittägliche Stille hüllt und man selbst voll jugendlicher Kraft ist, weit entfernt von seinen Phantasien, jung und in der Blüte seines Lebens. (…) Spring hinein, wage zu sterben, sagte sie flüsternd zu sich selbst und spürte schon, wie das Wasser sie umfing. Kühl und wonnig, denn nun war alles zu Ende. Ihr Körper löste sich auf und verschwand in der Bläue. Die Nähe des Todes machte sie ganz verwirrt, als ob sie in einer anderen Welt wäre. Jetzt ist es nur ein kleiner Schritt zwischen Leben und Tod, dachte sie. Oh, mach ihn. Los, mach den entscheidenden Schritt nach vorne und spring in den Graben. (…) Der Tod liegt so eigenartig dicht neben dem Leben. Er ist ihm immer auf den Fersen, er wird mit ihm geboren. (…) Und es ist leicht, vom Leben in den Tod hinüberzugehen, aber unmöglich, von dort wieder ins Leben zurückzukehren, mit nur einer Ausnahme: nur wenn man geboren wird.“

Diese Erkenntnis, dass das Leben endlich ist, der Tod Teil des Lebens, ist untrennbarer Teil des „Erwachsenwerdens“. Dazu gehört auch die Erkenntnis des Werdens und Vergehens in der Natur. Dieser gnadenlose Kreislauf von Geburt und Sterben. Eindrucksvoll beschrieben in der Geburt eines Kalbes und der späteren Schlachtung desselben. Ein weiterer Schritt vom Kind zur Frau ist die Wahrwerdung seines Körpers, die erwachende Sexualität. Konfrontiert wird das Mädchen mit der Sexualität durch den Knecht. Dieser, ebenso verschlossen wie melancholisch, findet Kontakt zu dem Mädchen. Im gewissen Sinne klärt dieser sie auf. Vertraut ihr seine geheimsten Gedanken an und verführt sie zu sexuellen Handlungen. Diese Verführungen werden mit kindlicher Unbefangenheit beschrieben. „Als sie bemerkte, dass das Euter der Kuh andere Zitzen hatte als am Tag vorher, fiel ihr das ein, was ihr der Knecht einmal hinter dem Stall gezeigt hatte. Danach betrachtete sie das Euter der Kühe als große Männerblase mit zahllosen kleinen Zitzen.“ Dieses Erwachen der Sexualität, einhergehend mit Neugierde und Furcht wird auch beschrieben als Abschied vom Kind sein, als Verlust der Unschuld. Liebe, auch verbunden mit Trauer und Schmerz. „…spürte sie, dass die Angst dieses Sommers und die Sehnsucht und das vage Unbehagen die ihr ständig auflauerten, aus ihrem Körper in den benebelten, stämmigen Mann mit dem sonnenverbrannten Arm übergingen, wenn sie in Gedanken ihre Zähne in ihn schlug, deshalb beschloss sie, immer an den gekrümmten Arm zu denken, nur um die Angst auf ihn zu übertragen, indem sie mit den Zähnen fest in die blutige, nicht heilende Wunde biss.“

Dass die Unbeschwertheit der Kindheit zu Ende geht, dass dieser Schritt, vom jungen Mädchen zur Frau, mit Schmerzen verbunden ist, beschreibt Bergsson mit der Figur der Bauerntochter. Diese moderne, junge Frau, die in der Stadt studiert, im Sommer zurückkommt zum Hof, dort mit ihren modernen Ansichten, Schwung in das ländliche Leben bringt, wird schwanger. Sie reist in die Stadt und lässt das Kind abtreiben. Dies wird nur andeutungsweise geschildert, aber in Verbindung und bemerkenswert beschrieben mit der Schlachtung des Kalbes und das Suchen der Kuh nach ihrem toten Kalb. „Das arme Ding, aus dem jungen Fräulein ist die Leibesfrucht geworden, die sie hat abtreiben lassen, und das macht den Körper schöner und unzugänglicher als zuvor; sie wird dadurch begehrenswerter“, hatte der Knecht zu dem kleinen Mädchen gesagt, ehe er sich mit der Tochter unterhielt. „Das kommt daher, dass sie gleichzeitig die Morgensonne und die Abendsonne geworden ist.“

Geburt und Tod. Beides vereint in der Frau. „Auf dem Weg über die Hauswiese fing sie beinahe zu weinen an, nicht aus Kummer, sondern weil es ihr so vorkam, als ob sie selbst dort sitze, an derselben Stelle an demselben Fluss, an dem zu allen Zeiten Frauen im undeutlichen Schmerz ihres Wesens gesessen sind und auch heute Nacht sitzen würden, aus dem Geschlecht, das gebiert und tötet, solange die Welt sich dreht, ohne zu wissen, weshalb, und ohne es zu wollen oder traurig zu sein, sondern sie saßen einfach bei Nacht an einem Fluss im kühlen Nachtwind.“

Mond über Island
Mond über Island

Die Natur. In einem Roman aus Island ein nur schwer auszuklammerndes Motiv. Dort, wo die Natur das Wesen und das Schicksal der Inselbewohner so sehr mitbestimmt. „Sieh die Natur überall! rief er. Oh diese freie Kreatur setzt immer ihren Willen durch und bittet gefesselte, aber selbstzufriedene Vernunftwesen wie uns nie um Erlaubnis für irgend etwas“. „Die Natur sucht nie um Erlaubnis an, bevor sie sich irgendwo niederlässt, sagte er. Schau sie dir an.“ Und: „Das Leben ist schwer, sagte der Knecht und grinste. Sei aber sicher, mit den Jahren gelingt es dir älter zu werden. Mit ihrer Hilfe gelingt alles. Unwillkürlich“. Bergsson gelingt in der Beschreibung dieser Natur wunderschöne, poetische und magische Bilder. Pferde im Moor – „Von so weit weg im hellen Sonnenschein gesehen, waren die Pferde unwirklich, in einer anderen Welt der wundersam schönen Vorahnung in ihrem Körper, und sie glänzten in der schillernden Ferne. Bisweilen schien es, als steige die Herde auf von der Erde, als wehe die Luft sie in einem kräftigen, welligen Silberstrom hin und her und mache sie teilweise oder fast ganz unsichtbar“; Vögel, „unvermutet und völlig überraschend schossen sie vor ihr in die Höhe, braun, klagende Steine mit aufgeregtem Flügelschlag“.

Wie hatte Bergsson in seinem Aufsatz geschrieben: „und dass Wissen in Büchern steht“. Ein Aspekt, der auch in diesem Roman auftaucht. „Stell dir das vor, sagte er, hier gibt es zwei große Bücherregale voller Geschichten über das glückliche Landleben (…). Und die ländlichen Gegenden stehen allein und ohne Bevölkerung da, mit ihrer Vergangenheit, die in Büchern auf verstaubten Regalen abgedruckt ist, und niemand will etwas darüber erfahren“. Der Knecht, der Tagebuch führt, und der sich „den Buchstaben mehr anvertraut als anderen Menschen“, der aber ständig auf der Suche nach der Liebe ist, nach einer Liebsten ist, hat so viele Tagebücher geschrieben, dass er, „wenn ich endlich eine Liebste finde, schon so viel über mich geschrieben habe, dass ich ihr den Stapel reiche und sage: „Also meine Hübsche, wenn du deinen zukünftigen Ehemann unbedingt kennenlernen willst, dann lies diese privaten Aufzeichnungen sorgfältig Wort für Wort“, und sie dann sagt: „Ach du liebe Güte, ich habe keine Lust, all dieses Zeug zu lesen, das lohnt sich nicht“. Dieses Motiv, das Leben, aufgeschrieben in einem Tagebuch, erinnert an Bergssons Roman „Thomas Jonsson, ein Bestseller“ von 1966. Bergssons literarischer Durchbruch in Island. Beides, die verstaubten Bücher auf den Regalen und die Tagebücher des Knechtes, die niemand lesen wird, zeigen, dass die Menschheit viel Wissen gespeichert hat, viel Wissen anbietet, aber es an jedem einzelnen liegt, was er daraus macht, ob und wie viel er von dem Hilfsmittel Wissen aufnimmt, damit die großen Erscheinungen ihn nicht zu einem Nichts machen. Aber letztendlich, die letzten Fragen der Menschheit, des „woher“ und „wohin“ und des „warum“, kann niemand beantworten. Auch die eingestreuten Sinnsprüche wie „Man stirbt, solange man lebt“ oder „Die Natur war draußen in der Natur“ sind nur hilflose Ansatzpunkte, um das Sein zu erklären.

Vielleicht suchen und warten wir alle auf den Schwan, der „mit Wasserpflanzen und Algen bedeckt, aus der Tiefe an die Oberfläche kam und dabei vom Wesen und der Zukunft dessen sang, der ihn erblickte“.

Guðbergur Bergsson „Der Schwan“ – Steidl Verlag.

Der Schwa, Steidl

Aus dem Isländischen von Hubert Seelow

Fotos vom Autoren

 

Literaturblog von Jürgen Ruckh

Also jetzt bin ich auch unter die Blogger gegangen. Nachdem ich jahrelang für das Web-Portal schwedenkrimi.de Beiträge geschrieben habe, unternehme ich nun mit dieser Seite einen Neuanfang. Dieser Blog soll sich nicht mit Schwedenkrimis im Besonderen oder mit Krimis im Allgemeinen befassen, sondern mit Büchern, Autoren, Film und Musik. Dieser Literaturblog soll der Begleiter durch mein Jahr sein. Mit Anmerkungen zu den Büchern, die ich gelesen, Autoren, die ich erlebt oder für mich entdeckt, Filme und Musik, die ich gesehen und gehört habe. Vielleicht möchte die Eine oder der Andere mich dabei begleiten.

Nun zum Titel des Blogs. Vielleicht ist die Bedeutung schon bekannt. „Schusterjunge und Hurenkind“ sind Begriffe aus der Typografie. Die beiden sind im Schriftsatz zwei unterschiedliche Typen von Satzfehlern.

Rutscht beim Setzen von Fließtext die letzte Zeile eines Absatzes auf die neue Seite, so spricht man von einem Hurenkind.

Der Begriff des Schusterjungen wird verwendet, wenn ein Absatz direkt nach der ersten Zeile auf eine neue Seite umgebrochen wird. Diese erste, alleinstehende Zeile wird dann als Schusterjunge bezeichnet.

Es gibt einen kleinen aber feinen Merkspruch, der die Unterschiede klar stellt:

Ein Hurenkind weiß nicht, wo es herkommt, ein Schusterjunge nicht, wo er hingeht.

Diese beiden Fehler gelten im Buchdruck unter Fachleuten als schwere typografische Fehler, da sie die Ästhetik des Satzspiegels besonders stark beeinträchtigen und den Leserhythmus stören.

Ich habe mir diesen Blogtitel ausgewählt, da diese Begriffe für Fehler oder für fehlende „Schönheit“ (Ästhetik) steht. Was nicht heißen soll, dass es hier nur Kritik geben wird. Ich hoffe hier auch subjektives Lob aussprechen zu können. So sind diese für mich auch eine Art Umschreibung /Symbol. Sie stehen dafür, dass ich, natürlich rein subjektiv, darüber schreibe, ob mir eine Lektüre, ein Film oder eine Musik gefällt oder auch warum nicht.

Altes Pulpcover
Schwerpunkt Krimi